Riederbergpass

Beginnen wir unsere in ihrem Umfang zweifelsohne atemberaubende Sammlung mit einem der wenigen echten Pässe Deutschlands, dem Riedbergpass im wunderschönen Ostallgäu nordwestlich von Oberstdorf.

Statistiker streiten sich seit jeher darüber, ob nun wohl dies der höchste Pass Deutschlands sei oder diese Ehre vielmehr der Rossfeld-Höhenringstraße (unserer Nr. 5) gebühre.
Letztere ist mit 1.540 Höhenmetern zwar um 120 Meter höher, dafür aber genau genommen und per definitionem kein hundertprozentiger Pass. Doch allein ihre prächtige Aussichtslage recht- fertigt die Aufnahme in dieses Buch – und genauso ist es zweifelsohne auch beim Riedbergpass. Bereits die Anreise durch das liebliche Allgäu ist ein Genuss zu jeder Jahreszeit.

Vom östlichen Ausgangspunkt Fischen im Allgäu aus folgt man dem Wegweiser Richtung Balderschwang und biegt von der verkehrsreichen B19 ab auf die anfänglich recht kurvenarme Straße hinauf zum Pass. Ent- lang der Schönberger Ache windet sich die Straße gen Westen und bietet auf weiter Strecke herrliche Ausblicke auf die umliegenden Ausläufer der Allgäuer Alpen. Durch Obermaiselstein hindurch führt der Weg allmählich bergan, wobei Hinweisschilder mit 16 Prozent Steigung wohl eher satt aufgerundet erscheinen, wie unser errechnetes Höhenprofil zeigt.

Die einzige echte Kehre des Riedbergpasses befindet sich direkt am Scheitelpunkt der Strecke bei den wenigen Häusern von Grasgehren und der auch bei Bikern beliebten Einkehr auf der Grasgehren- Hütte (www.grasgehren.de).

Der Riedbergpass ist aufgrund seiner mühelosen Befahr- barkeit und landschaftlichen Schönheit für Motorradfahrer sehr attraktiv. Da es aber durch Unbedachtheit und Unvernunft immer wieder zu schweren Unfällen auf der an sich harmlosen Strecke kommt, kontrolliert auch hier die Polizei vermehrt an den Wochenenden. Halten wir uns einfach an die Be- schränkungen und genießen die Fahrt weiter hinunter ins Balderschwanger Tal.

Kurz hinter Schlipfhalden überqueren wir die Grenze nach Österreich und pendeln auf der herr- lichen Strecke Richtung Hittisau, einem sehenswerten und über 1.000 Jahre alten Städtchen in den Ausläufern des Bregenzer Waldes. Dessen gipfelstürmenden Highlights widmen wir uns übrigens ab Pass Nr. 32.

 

IM ÜBERBLICK
Name: Riedbergpass
Land: Deutschland
Region: Allgäu
Höchster Punkt: 1.420m
Basisorte: Hittisau und Fischen
Anzahl der Kehren: 1
Streckenlänge: 30km
Schwierigkeitsgrad: leicht
Straßenverhältnisse: gut asphaltiert, wenig Frostschäden, kaum Verschmutzung
Mautpflicht: keine
Wintersperre: keine
Kombinierbar mit: Nr. 32, 33, 34

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